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Yasukuni - Der Film

Der auf der letzten Berlinale gelaufene Dokumentarfilm Yasukuni über den gleichnamigen Shintô-Schrein im Herzen von Tokyo trifft in Japan auf erbitterten Widerstand von rechten Gruppen und Politikern. So haben einige Kinos "aus Rücksicht vor den Nachbarn" den Film aus dem Programm genommen. Denn sie müssen damit rechnen, demnächst tagein tagaus von schwarzen Autos mit nationalistischen Parolen beschallt zu werden.
Mittlerweile haben namhafte Personen (darunter auch eine Manga-Zeichnerin) und die Film-Regisseur-Vereinigung Japans ihre Unterstützung öffentlich bekräftigt. Einige Kinos wollen den Film zeigen, werden jedoch nicht im Voraus darauf hinweisen.

Der Yasukuni-Schrein wird international kritisiert, da dort auch einige japanische Top-Kriegsverbrecher verehrt werden. Rechte Gruppen sehen den von einem chinesischen Regisseur gedrehten Film als parteiisch und nicht objektiv an. Er verzerre das japanische Bild. Ich hab den Film selbst nicht gesehen, er soll einem Freund zufolge jedoch in der Tat etwas sensationell gemacht sein. Aber gehört es nicht zu jeder Demokratie, dass man als mündiger Bürger nicht bevormundet wird, sondern sich frei entscheiden und selbst ein Bild machen darf, unabhängig von der Qualität des Stoffes. Und bevor man jetzt wieder mit dem erhobenen Finger auf die Japaner zeigt, sollte man sich erstmal selbst an die eigene Nase fassen.

Diese ganze Kriegsverbrecher-Geschichte hätten wir sicher nicht, wenn die "Raimu-tai" auch im 2. Weltkrieg mitgemischt hätte:


Update (14.4.08):
Zwei Anwalts-Vereinigungen, die Japan Federation of Bar Associations und die Tokyo Bar Association, haben angekündigt, dass sie ein Symposium zum Thema Meinungsfreiheit im Rahmen einer Probevorführung des Filmes am 23. in Tokyo veranstalten werden. Der Einritt ist kotenlos, die Plätze sind aber auf 200 begrenzt. Wer gerade in Tokyo ist und Zeit hat, möge sich schriftlich unter 100-0013、東京都千代田区霞が関1ノ1ノ3、弁護士会館6階、東京弁護士会人権課 anmelden, wäre ja schade, wenn im Publikum nur Rechte mit Sonnenbannern und Lautsprechern säßen und ausländischer Druck, so genannter "Gaiatsu", hat bisher nie geschadet. Also gogo.

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Kommentare

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mitch am :

Sollte ich wieder was erkannt haben? Lime-iro Senkitan?
Die erste Folge war IIRC grottenlangweilig, aber ich kenne ja auch (mal wieder) das dazugehörige Spiel nicht.

fyl am :

Ja, was sonst.
Ich habe das Spiel auch nicht gespielt, aber ich glaube kaum, dass er den grottenschlechten Anime (den man nicht einmal in der Uncut-Version aushalten kann) ausgeglichen hätte.
Das einzige Interessante an dem ganzen ist dieses pseudo-historisch-patriotische Thema, das aber nur einen blassen Hintergrund bildet.

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