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Update: Reisewarnung für Japan

Das Auswärtige Amt gibt eine Reisewarnung für Japan heraus. In dieser Warnung rät das AA aufgrund der aktuellen Lage von nicht erforderlichen Reisen in den Großraum Tokyo und den Nordosten Japans ab.

Die Lage spitzt sich insbesondere wegen der sehr kritischen Situation um die beiden Kernkraftwerke Fukushima weiter zu.

Mittlerweile wird die Bevölkerung in einem 20-km-Radius um die AKW evakuiert.

In mindestens einem der Reaktoren kam es zu einer Kernschmelze. Dies bedeutet grundsätzlich, dass die Kettenreaktion nicht mehr gesteuert werden kann. Im Reaktor laufen dann grundsätzlich die gleichen Prozesse ab, wie in einer Atombombe.

An unsere japanischen Freunde: Wir sind in Gedanken bei Euch und drücken die Daumen, dass Euch nichts passiert!

Update 15.3.2011:
Mittlerweile sind vier Reaktoren in Fukushima in ihrem Zustand kritisch. Bereits in Tokyo ist eine deutlich höhere Strahlung messbar. Die Lufthansa fliegt Narita nicht mehr an und weicht auf Nagoya und Osaka aus. Der Strom muss rationiert werden. Lebensmittel werden knapp. An den wenigen Tankstellen, die noch Benzin führen, bilden sich lange Schlangen.


Update 15.5.2011:
Mittlerweile wird das Reaktorunglück mit der höchsten Bewertung klassifiziert. Es "darf" damit in einem Atemzug mit Tschernobyl genannt werden. Und Tepco hat mittlerweile eingeräumt, dass es bereits wenige Stunden nach dem Erdbeben zu einer Kernschmelze gekommen sei. Der Super-GAU war damit unvermeidlich. Mittlerweile ist das Grundwasser stark verseucht und es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis Tokyo wirklich in Mitleidenschaft gezogen wird. Doch wie will man eine 32 Mio-Menschen-Metropole evakuieren?

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Kommentare

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Jan am :

Erstmal ist es kein "Meiler", weil es sich nicht um einen graphitmoderierten (Graphit->Kohlenstoffhaufen-
>Meiler wie beim Köhler) Reaktor handelt, sondern um einen leichtwassermoderierten.

Zweitens kann der zusammengeschmolzene Uran-Stahlhaufen nicht wie eine Atombombe hochgehen, weil der Neutronenfluss dafür nicht hoch genug ist. Nur ca. 2..4% des eingesetzten Urans ist U-235, der Rest U-238. Eine A-Bombe enthält 10..20 mal mehr U-235. Das was passieren kann, ist bereits passiert: Durch extrem hohe Temperaturen wird das Kühlwasser in Wasserstoff und Sauerstoff gespalten, die irgendwo dann wieder mit einem großen Knall zu Wasser reagieren. Passiert das an ungünstiger Stelle, wird radioaktives Material in der Gegen verteilt.

Ron am :

Hauptmerkmal einer Atombombe ist die ungesteuert ablaufende Kettenreaktion.
Hauptmerkmal eines Kernkraftwerkes ist die gesteuerte Kettenreaktion.
Bei einer Kernschmelze fällt die "Regelung" (darf man sich nicht als eine Regelung in tech. Art und Weise vorstellen, die Regelung erfolgt durch die Art und Weise wie der Reaktorkern aufgebaut ist) aus, es kommt zu ungeregelten Atomreaktionen. Damit verhält sich das System in der Tat wie eine A-Bombe. Über die Größe ist dabei allerdings noch nichts gesagt. und natürlich auch nichts über die Sprengkraft.

mitch am :

Also wenn wir jetzt mit Nitpicken anfangen, dann taugt "gesteuert"/"ungesteurt" nicht als Unterscheidungskriterium. Eine moderne Atombombe ist ingenieurstechnisch auf verschiedenste Eigenschaften getrimmt und so weit untersucht, dass man auch da von einer gesteuerten (wohlgemerkt aber nicht mehr aufhaltbaren) Reaktion sprechen kann.

Also: Was Jan sagt.

Ash Ketchum am :

Ich bin wirklich traurig.

Ich hoffe einfach die armen Japaner bekommen das Atomkraftproblem noch in den Griff..

Ich bin in Gedanken bei den Japanern...

ranma am :

"Der Meiler verhält sich damit wie eine hochgehende Atombombe." solltest Du wirklich streichen, das ist nur irreführend. Wie Jan schon sagt, eine Atombombe ist alles, nur nicht ungesteuert. Wenn da nicht alles 100% nach Plan abläuft und der Kern nicht korrekt verdichtet wird, dann explodiert die gar nicht richtig.

Und selbst wenn es zu einer kompletten Kernschmelze kommen sollte, sollte die Schwerkraft erstmal dafür sorgen das sich die Schmelze flach auf dem Boden verteilt, was für eine Kettenreaktion die denkbar ungünstigste Form ist.

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