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Erotik in Games

Während man in den USA gerade mit den unglaublichen Vorstellungen kämpft, dass Sex, Gefühle und Romantik durchaus ihre Berechtigung in (seriösen) Games haben können, ist man in Japan ja ein wenig weiter.
Und so verwundert es nicht, dass selbst Nintendo, das (wie Sony und Microsoft) sich bisher immer gegen zu viel Intimitäten in den Spielen für seine Konsolen gewehrt hat, seit letztem Jahr sich für einige "innovative" Konzepte für seine erfolgreiche Handkonsole DS geöffnet hat:
Wie etwa Leibesvisitationen mutmaßlicher Hexen oder Mahjongg mit anspornenden Aussichten.
Doch es geht noch weiter: Zwar gilt Japan nicht gerade als frauenfreundlichstes Land der Erde, aber im Hinblick auf die Unterhaltungsindustrie, ist es da so manchem westlichem Land um einiges voraus, und so dürfen sich demnächst auch virtuelle Knaben darauf freuen, von Spielerinnen per Touchpad in einen "himmlichen Zusstand" versetzt zu werden. Kyaaa >_< !!!

Wegen Zeitmangel erstmal ein Platzhalter:
Placebo-Bild O.o

Wann wart ihr das letzte Mal in Japan?

Ist euch dabei aufgefallen, dass die Flug-Preise nach Japan ziemlich hoch waren? Höher als dass sie durch Ölpreis und Terrorpanik hätten gerechtfertigt werden können?
Vielleicht lag das Geheimnis einfach darin, dass dahinter Absprachen führender Flugunternehmen standen, um "exzessiven Wettbewerb" zu verhindern?

Für Skandal-Reporter (leider) nichts neues...

安野先生、早くお元気になられますように…

Schon wieder T-Shirt

Keine Lust mehr zu patchen, gleich eine neue Expansion releaset.

T-Shirt Ver. 3.0b
Image Hosted by ImageShack.us
Anmerkung: Die Schrift ist vektorisiert, kann also nach Belieben geändert werden.

- Andere, dickere Schrift?
- Die Haut sollte vielleicht etwas dunkler gemacht werden.
- Ein paar Schatten liegen auch noch schief.
- Zu müde, um jetzt noch was zu ändern... :-/

@Maria: Welche Farben soll es denn alles geben, damit ich die mal durchprobieren kann.

EDIT: Post Nummer 50 von mir! Nur eines (mit Absicht) ohne Pic. W00t!!! /sekt

Maria(!) Watches Over Us

Vor kurzem hat die US-Firma Rightstuff angekündigt, die Serie "Maria-sama ga miteru" (Maria schaut zu) in den USA unter dem Titel "Maria Watches Over Us" heraus zu bringen.
Dies ist insofern interessant, dass nach den ganzen Querelen um ADV wieder ein ganz großer Titel angekündigt worden ist. Doch die Freude dürfte sich schnell gedämpft haben, denn Rightstuff bringt die Serie in einer günstigen Box (Retail $49.99) und ohne DUB heraus. Während man ersteres noch als Schritt zu einer Fan-freundlicheren Preisgestaltung uminterpretieren kann, zeigen die fehlenden DUBs, dass die Firma nicht so recht an den Erfolg ihres Einkaufes glaubt. Gute DUBs sind Voraussetzung, dass sich eine Serie über den Hardcore-Kreis hinaus verkauft. jedoch sind sie auch teils teuer als die Lizenzkosten und rentieren sich erst, wenn wirklich eine große Zahl verkauft werden kann.
Diese Zweifel sind leider nicht unfundiert. Zwar ist das auf einer Roman-Reihe basierende "Marimite" in Japan einer DER wichtigsten Serien des neuen Jahrtausends, die Frage ist aber, ob er den Erfolg im Westen wiederholen kann?

Dass der Roman und der Manga dazu unter dem Titel "Rosen unter Marias Obhut" bereits in Deutschland veröffentlicht worden sind, ohne dass er große Wellen unter den Fans geschlagen hat, zeigt den schweren Stand dieser Serie. Selbst die sonst jeden japanischen Trend kopierende Hardcore-Szene hat sich ihrer kaum angenommen.
Dass liegt daran, dass er mit seinen 10 Jahren für Neulinge in jeder Hinsicht unspektakulär ist. Gerade in den Themen, wo er Pionierarbeit geleistet hat (Elite-Mädchenschule, Mädchen-Ansammlung, Yuri) ist er aus heutiger Sicht längst überholt. In heutigen Serien haben wir größere und strengere Schulen, echte Girls-only-Casts und regelmäßige gleichgeschlechtliche "Notbeatmungen", ja sogar gemeinschaftliche "Turnübungen". Zudem fehlt natürlich die starke Fanstruktur, die sich in Japan über die Jahre aufgebaut hat (Marimite ist eine der wenigen Serien, wo sich männliche und weibliche Otaku die Hand reichen).

So, lange Rede kurzer Sinn, während andere versuchen, japanische Preise in den USA einzuführen und damit eine garantierte Minimal-Profit-Strategie fahren, macht Rightstuff hier eine Fan-freundlichere, aber riskantere Minimal-Profit-Strategie. Natürlich ist dieser Vergleich ziemlich schief, da Bandai Visual USA (teilweise) mit hochaktuellen Serien arbeitet und damit riskiert, den amerikanischen gegen den japanischen Markt auszuspielen, während Rightstuff hier bewährtes Material benutzt, für das der USA-Verkauf nicht mehr als eine Kür ist.

Die Übersetzung wird jedenfalls interessant, da die Serie vor allem von den strikten Höflichkeitsfloskeln und -regeln der Schülerinnen lebt. Die deutsche Übersetzung hat da leider einige Schwächen.
Zum Schluss noch eine Bemerkung zum US-Titel. Heißt Maria auf Englisch nicht "Mary"? Hat da ein Übersetzer geschlafen, ist das heute egal oder ist das aus unerfindlichen Gründen so beabsichtigt? Ich finde den deutschen Titel übrigens sehr gut gewählt.

Im Gedenken an Gary Gygax

(Ja, die Nachricht kommt etwas spät...)

Der "Vater von D&D" verstarb am 4. März.
1974 entwickelte er zusammen mit Dave Arneson das bahnbrechende Fantasy-Rollenspiel "Dungeons&Dragons" und ist somit einer der wichtigsten Begründer des modernen Fantasy-Genres.

Die internationale Rollenspiel- und RPGaming-Szene trauert um eine ganz große Persönlichkeit.

Statusbericht

1. Unser 3v3-Leech-Team (1400er Rating) hat diese Woche mit einer 3:2 Bilanz beendet. Wir waren selbst überrascht.

2. Die Lady seit 2 Wochen auf Farm :D

Hoffentlich fällt Kael noch vor 2.4...

3. T-Shirt-Motiv "gepatcht":

Patch-Notes:
- eine Farbe (Grau) verringert
- linken Arm von Ari korrigiert
- Hintergrund an Kirschen angepasst
- kleinere Korrekturen

Nachtrag zu ToHeart2 AnotherDays

Im Vorfeld gab es ja Bedenken, dass einige der Geschichten in "ToHeart2 AD" nicht die Art von "Geschichtchen" enthalten würden, die sich all die männlichen Spieler wünschen würden. Die heißesten Kandidaten waren Nanako-chan (Panty-shot-freudige Grundschülerin), Haruka-san (Konomis Mutter) und Ikuno-chan (Manakas kränkliche Schwester).

Ersten Berichten zufolge, scheint das Rätsel gelöst:
Nanako-Fans: LOOSE
Haruka-Fans: LOOSE
Ikuno-Fans: WIN (w00t!!!)
Offenbar sind Grundschülerinnen und verheiratete Frauen für derart große Titel doch etwas riskant.

Dazu der Kommentar von Anzu aus "Hanamaruyochien":

Es ist da

In der Nacht zu heute wurde ToHeart2 AnotherDays ausgeliefert.
Die Straßen von Akiba waren natürlich voll mit Tausenden Otaku:

Und ich darf fürs Examen lernen... :((

Ikuno-chans Kommentar zur Veröffentlichung:


Und was ich mir nicht verkneifen kann: LOL@die Emo-Jünger von VisuArts: 5.400 Yen für eine (männliche) Stimme und ein Event-CG mehr als bei der PS2-Version? So dreist ist nicht einmal Circus.

Schreckensnachrichten und kein Ende Oo

Dass ADV sein Europageschäft an einen großen englischen Distributor abgestoßen hat, Bandai Visual (USA) DVDs mit japanischen Preisen und Ausstattung in den USA einführt und man in Japan derart verzweifelt ist, dass man sogar den guten alten Vash „The Stampede“ (der mit dem 60,000,000,000$$-Kopfgeld) wieder re-animieren (lol!) will (hm, eigentlich ist das für viele eine gute Nachricht... :-/ ), verblassen bei der neusten Schreckensnachricht aus dem japanischen Manga-Markt:

Die Magazine „Shūkan Shōnen Magazine“ und „Shōnen Sunday“ wollen zusammen (zum 50-jährigen Jubiläum?) eine gemeinsame Zeitschrift hochziehen!

Ausgerechnet Magazine und Sunday, die beiden großen Rivalen und Nr. 2 bzw. Nr.3 der Manga-Industrie. 2007 sind beide 1959 gegründete Wochenmagazine unter die psychologische Auflagen-Marke von 2 bzw. 1 Mio. Exemplaren gefallen. In ihren besten Zeiten hatten sie weit mehr als das Doppelte dessen aufzubieten gehabt. Zwar musste Klassenprimus „Shūkan Shōnen Jump“ („Dragonball“, „Slam Dunk“) nicht minder Federn lassen, doch anders als die beiden schafft er es regelmäßig, seine Toptitel (derzeit „Naruto“, „One Piece“) weltweit und als Anime höchst erfolgreich umzusetzen.

Als größtes Manga-Magazin des Verlages Kodansha war die Magazine das politischste Manga-Magazin und verband den von Tezuka geprägten Kinder-Manga erfolgreich mit den an Erwachsene gerichteten „Gekiga“. Die Vorzeigetitel sind bahnbrechende Sport-Titel wie „Ashita no Joe“ oder „Kyojin no hoshi“, sowie das höchstpopuläre „Kindaichi Shōnen“. In den letzten Jahren war es vor allem bekannt für die Harem-Serien von Akamatsu Ken („Magister Negi“), sowie den Shōnen-Titeln von CLAMP („Tsubasa Chonicles“).

Die Sunday wiederum hat als Hausmagazin von Rumiko Takahashi („Urusei Yatsura“) und Mitsuru Adachi („Touch“) Shōnen- und Shōjo-Manga stilistisch und inhaltlich miteinander verschmolzen und das Genre der Love-Comedy stark geprägt. Die derzeit wichtigsten Titel sind neben Takahashis „Inu Yasha“ der Baseball-Manga „Major“ und das auch hierzulande beliebte „Detectiv Conan“.

Vielleicht braucht die Industrie einfach mehr superreiche Otaku mit einstelligen IQen. Da das Pinguin schon vorgestern verbraten wurde, muss diesmal Nagi ran. Zufällig stammt sie ja aus einem der betroffenen Magazine ^-^

Noch ein Kandidat für das T-Shirt

Vashj down -> mehr Zeit für sinnvolle Dinge... :-D

Ist nur eine Vorabversion, da werden noch einige Schatten/Lichter verändert. Der rote Hintergrund soll das traditionelle Rot der Ameisen-T-Shirts wiederspiegeln. Konstruktive Kritik bitte:

Japanische Mythen: Die verlorenen Dekade

Die 90er Jahre gelten als die „verlorenen Dekade“ der Japaner, in der nicht nur die wirtschaft, sondern auch alle Nachkriegs-Ideale, an die die Japaner glaubten (i.e. Bürokraten als unfehlbare weiße Ritter, Japan als Wirtschaftssupermacht) unter die Räder gerieten. Kurz: Die Realität holte (endlich) Japan ein.

Für Wirtschaftsinteressierte ist das natürlich nicht nur eine spannende Zeit, in der Phase entstanden zudem auch paar der wichtigsten (fundierten) Literaturen zur japanischen Wirtschaft, nun frei von den Illusionen der 80er, darunter Katz’ „System that Soured“ (1998) oder Tempels „Regime Shift“ (1998). Und dass Japan auch die nächsten Jahre spannend bleiben sollte, hatte Lincoln in „Arthritic Japan“ bereits 2001 prophezeit.

Die wichtigsten Ereignisse dieser Phase:
1988 Recruit-Skandal: Korruption in den höchsten Ebenen von Politik (bis zum Ministerpräsidenten), Bürokratie und Konzerne werden offenbar.
1989 HIV-Skandal: HIV-verseuchtes Blut infiziert tausende Patienten, das Gesundheitsministerium versagt völlig.
1990 Ende der Bubble: Der Nikkei wird in den nächsten Jahren um 60% einbrechen, Japans Wirtschafts-Wachstum auf unter 2% fallen.
1993 Politische Zäsur: Nach erneuten Korruptionsskandalen dreht der mächtige Wirtschaftsverband Keidanren der Regierungspartei LDP den Geldhahn zu, diese verfällt in Fraktionskämpfe und nach 38 Jahren kommt es zu einem Regierungswechsel. Für 21 (chaotische) Monate.
1995 Kobe-Erdbeben: Die japanische Bürokratie versagt völlig (i.e. veranlasst für schweizerische Lawinensuchhunde eine 6-monatige Sicherheits-Quarantäne).
1995 Giftgasanschlag auf Tokyoter U-Bahn: Es war bekannt, dass die AUM-Sekte Waffen und Kampfstoffe im Ausland erwarb (u.a. einen Kampfhubschrauber).
1995 Faule Kredite: Es wird bekannt, dass ein nicht bedeutender Teil der in den 80ern vergebenen Kredite nicht mehr zurück gezahlt werden können. Das Finanzministerium versucht den verlust einer hohen dreistelligen Milliarden-Euro-Summe zu vertuschen, Rating-Firmen stufen Japan in der Kreditwürdigkeit auf das Niveau von Bananen-Staaten und eine jahrelange Deflation beginnt.
1995: Dragonball Z, der erfolgreichste Manga aller Zeiten endet, und damit auch das Wachstum der japanischen Manga-Industrie, von nun an geht es abwärts.
1996: Japan erhält den Zuschlag für die Fußball-WM 2002, …gemeinsam mit Erzfeind Korea.
1997: Asienkrise + Mehrwertsteuererhöhung (von 3 auf 5%) = Japan fällt in eine Rezession.
1997: FF7, das beste Spiel aller Zeiten (^_-), markiert den Höhepunkt der japanischen Videospielindustrie, von nun an geht es auch hier abwärts (bis zur In-Wii-sierung).
1998: Winter-Olympiade in Nagano, große organisatorische und finanzielle Mängel tun sich auf.
1999: Der IT-Aufschwung nährt Hoffnung.
2001: Der große „Big Bang“ erweist sich als leichte Reorganisation des Staatsapparates denn als echte Reform: „tatemae“ > „honne“.
2001: Junichiro „Löwenherz“ Koizumi wird Ministerpräsident.
2001: 911 signalisiert Ende der IT-Blase und eine globale Rezession (Wehrindustrie ausgenommen ;) tritt ein.

Weitere Ereignisse der 90er:
- Großbanken mit „staatlicher Erfolgsgarantie“ gehen unter.
- Japanische Vorzeigeunternehmen wie Nissan oder Mitsubishi werden von ausländischen Firmen übernommen.
- Japanische Großunternehmen setzen in großem Maße „lebenslange“ Festangestellte frei, die Arbeitslosenquote steigt auf über 4%.
- Japanische Staatschulden betragen 140% des BSP, mehr als jedes andere Industrieland, private Schulden machen noch zusätzliche 100% aus.
- Japan ist bei der Verbreitung von PCs, Breitbandverbindungen und Handys Schlusslicht unter den IT-Staaten.
- Der Yen steigt auf bis zu 80Yen/US-$.
- McDonals’s senkt den Preis des Hamburgers um 2 Drittel auf 65 Yen, Yoshinoya führt den 280 Yen-Gyūdon ein.
- Die Japaner wachsen nun in die Höhe UND in die Breite.

Angesichts derartiger Schocks ist es nicht verwunderlich, dass hochgradig per****e und ver******e Personen wie Nankyoku „Pinguin“ Sakura (s. Bild) zu derart erfolgreichen Identifikationsfiguren werden und nun sogar einen eigenen Anime erhalten sollen. Naja, trotzdem „gezätt“…

Anime-Radio

Anime-Radio (gemeint sind offizielle, professionell gemachte Internet-Sendungen zu Anime- oder Manga-Serien und nicht die wohlfeilen Jukeboxes Aufmerksamkeit suchender Menschen mit großen Mengen an dezentralisierten Animemusik-Sicherheitsarchiven) sind eine tolle Erfindung. Man hat zwei Seiyû (Synchronsprecher), die eine halbe Stunde lang in bester Manzai-Manier (eine Art japanische Standup-Comedy) sinnlose Dinge miteinander labern und sinnlose Spiele veranstalten. Dazu kommen oft noch nette Hintergrundmusik, bekannte Gäste und lustige Hörspiele. Auch für Personen, die des Japanischen nicht mächtig sind, als Hintergrundbeschallung zu empfehlen, z.B. http://www.onsen.ag/. Diese Sendungen beweisen übrigens auf beeindruckende Weise, dass die größten Otaku diejenigen sind, die in dieser Industrie arbeiten...

Folgendes Bild entstand (oh, wunder!) während der stundenlangen Rezeption von Anime-Radios zu "Maria-sama ga miteru":

Japanische Mythen: Wirtschaftstrauerland Japan

"Never change a running system." Dachten sich die Japaner und hielten an ihrem Wirtschaftssystem fest, auch als es längst zu einem "souring system" (Richard Katz) geworden ist. Dies war bereits in den 70ern der Fall, als die Wirtschaftsentwicklung beginnend mit der ersten Ölkrise (1973) von den 9 – 10 % der 50er/60er auf knapp 4% fiel. Denn längst hatten sich die Erfolgsrezepte verkehrt:
- Langfristige Planung verhinderte Innovationen und Flexibilität
- Bankenfinanzierung führte zu unkontrollierter Überkapitalisierung und Spekulationen
- Regulierter Wettbewerb schützte ineffiziente Wirtschaftsbereiche
- Industriepolitik war nun geprägt von Korruption und Lobbyismus

Eine Konvoi-System war entstanden, in dem die starken Exportindustrien (z.B. Auto, Maschinen) sich dem Tempo der schwachen Binnenindustrien (z.B. Lebensmittel, Bau) anpassen mussten. Das gesamte System wurde durch Handelsüberschüsse und staatliche Investitionen am Laufen gehalten. Doch die dafür nötigen Mengen wurden immer größer und die Nettozahler, die Exportindustrie und die USA, begannen, sich diesem Spiel zu verweigern. Erstere verlagerten Kapital und Produktionen ins billigere Ausland und letztere wertete vor allem ihre Währung ab.

In einem letzten Aufbäumen entstand Ende der 80er die berühmt-berüchtigte Aktien- und Landpreis-"Blase", die schließlich im August 1990 platzte und in den folgenden Jahren Kapital von über 2 Bio US-$ (Declan Hayes) vernichtete und eine dreistellige Milliardensumme an "faulen Krediten" zurück ließ. Noch schlimmer als der wirtschaftliche Schaden war aber die nun folgende "verlorene Dekade" des Nullwachstums auf die Psyche der japanischen Bevölkerung, die Anfang der 80er noch von einem "Japan as Number One" (Ezra Vogel) träumte.

Heute steht Japan vor dem weltweit größten staatlichen Schuldenberg von knapp 6 Billionen US-$ (6.000.000.000.000 US-$, zum Vergleich: das japanische Real-GDP (IWF) liegt bei 4,4 Billionen US-$). Schon lange werden daher hierzulande ökonomische "worst case"-Szenarien als "japanische Verhältnisse" bezeichnet.

Eigentlich...

wollte ich ja heute wieder etwas an den Bildern für den Verein arbeiten, aber leider bin ich auf die fixe Idee gekommen, spontan ein 3v3-Leech-Team (PVE-Moonkin, Affli-Hexer, Holy-Priest in S1/T4-Mix)zu gründen. Auch wenn es nur 10Games/Week sein soll, ist es doch echt schwer, sich zu beherrschen, sobald man die ersten Siege einfährt.

Was ein kleiner Sieg alles bewirken kann, dafür ist Saki-chan ja das beste Beispiel. Hoffentlich ist es nur ein Frage der Zeit, bis wir die "süßeste Versuchung seit es Mahjongg gibt" auch in animierter Form erleben können (ein Webradio gibt es ja schon).

Japanische Mythen: Wirtschaftswunderland Japan

Was macht man, wenn eine Firma, die mit einem einzigen Spiel mehr als eine halbe Milliarde Euro im Jahr umsetzt, es nicht schafft, Charaktere auf einen Test-Server zu kopieren, und man daher seine frei genommene Zeit anderweitig verbringen muss? Ganz klar, man sinniert über das japanische „Wirtschaftswunder“. (Daher sollte der folgende Text nicht mit der akademischen Brille betrachtet werden…)

Ähnlich wie Deutschland hat ja auch Japan wirtschaftlich ein großes Wunder geschafft und ist von einem Fast-Agrarstadt (zu dem es bombardiert wurde) zur zweitgrößten Wirtschaftsnation geworden. Von 1952 bis 1990 wuchs die japanische Wirtschaft doppelt so schnell wie die anderen kapitalistischen Staaten der OECD. In den 80er Jahren wurde daraus, insbesondere in den USA, eine wahre Japan-Phobie und man fragte sich, ob das „japanische System“ dem „westlichen“ überlegen sei. Hier traten in den USa und in Japan einige der wichtigsten Personen der modernen Japanforschung auf den Plan, deren Werke bis heute richtungweisend sind. Selbst bekannte Manga-Zeichner wie Shintarō Ishinomiri (Japan GmbH) widmeten sich dem Thema.

Jedoch wurde anfangs nur geschaut, wo Japan anders war als der Westen (= USA). Vor allem in populärwissenschaftlich, polemischen Werken wurden lange vermeintlich kulturelle Unterschiede herausgestellt: Gruppengefühl, Sparmentalität, Opferbereitschaft, Samurai-Geist etc. Zunehmend wurde aber das japanische System mit institutionellen Systemen (Chalmers Johnson) erklärt und später sogar mit Gesetzen zu politischen Regimes (T. J. Tempel) oder ökonomischen Entwicklungen (Richard Katz) entmystifiziert. Edward J. Lincoln hat eine schöne Zusammenfassung der Argumente gemacht:

- Langfristige Perspektiven: Es herrschen starke Verbindungen von Unternehmen zu Unternehmen (Keiretsu-Versbindung), zu Banken (Main-Bank-System) und zu Mitarbeitern (lebenslange Beschäftigung, Senioritätsprinzip) mit dem Ziel einer langfristigen Risikominimierung.
- Bankenfinanzierung: Statt Kapital über den launischen Kapital- und Optionenmarkt zu akkumulieren, geschieht die Investitions-Finanzierung und Kontrolle (langfristig) über (feste) Banken.
- Verringerter Wettbewerb: Schutz unterentwickelter Binnenmärkte durch tarifliche und nicht-tarifliche Hindernisse, wie etwa Kartellen und Absprachen.
- Industriepolitik: Administrative Lenkung und Kontrolle der Wirtschaft durch Staatsinvestitionen (goverment financing) und Verwaltungsanweisungen (gyōsei shidō).

Mit derartigen Methoden (die nicht immer erfolgreich waren und nicht auf alle Bereiche zustrafen) konnte Japan in den 50er und 60ern zweistellige Wachstumszahlen erreichen und international konkurrenzfähige Industrien wie Auto oder Elektronik aufbauen. Mit dem Platzen der „Blasenwirtschaft“ (1986-1991) wurde aber deutlich, dass unter der tollen Fassade die Japaner nicht nur mit Wasser gekocht haben, sondern sich auch ziemlich viel Schimmel angesammelt hatte. Und zwar nicht erst während der Blase, sondern schon seit der ersten Ölkrise (1973) und teilweise sogar davor. Der Niedergang war sozusagen in dem System schon vorprogrammiert.

Doch das wird ein andermal behandelt…

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