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Bald Japanisch-Zwangstests in Japan?

In Japan überlegen einige Ministerien, einen Japanisch-Test für Langzeit-Visa-Inhaber einzuführen:
http://www.bloomberg.com/apps/news?pid=20601101&sid=a34ozVmUjMUU

Was primär wohl ein Kompromiss zwischen Außen- (pro Einwanderung) und Justizministerium (contra Einwanderung) ist, die nun fast zwei Jahrzehnte alten und damit völlig überholten Immigrationsgesetze an die heutigen Begebenheiten anzupassen, hat unter vielen in Japan lebenden Deutschen Empörung ausgelöst. Tatsächlich soll diese Maßnahme wohl den Zustrom japanisch-stämmiger Gastarbeiter regulieren, die außer ihrer Blutlinie nichts mit Japan gemein haben. (Diese lex sanguis ist übrigens auch in Deutschland vorhanden.)
Dabei würde wohl jeder sofort zustimmen dass es IMMER sinnvoll ist, die Sprache des Landes, in dem man lebt, sprechen zu können. Wenn von in Deutschland lebenden Ausländern Deutschkenntnisse verlangt (und entsprechende kostenlose Lernmöglichkeiten angeboten) werden, dann regt das hierzulande wohl kaum einen auf. Diese Überlegungen in Japan, die auf ein (lang erwartetes) Ergebnis in punkto Zuwanderung hindeuten, plötzlich in den Korb der (in der Tat) übertriebenen Anti-Terrorismus-Maßnahmen zu stecken und laut Schikane und Rassismus anzuklagen ist aus dieser Warte gesehen befremdend.
Fühlen sich gerade Bürger von fortgeschrittenen, weißen Nationen derart überlegen, dass für sie die Frage des Spracherwerbs nicht gelten darf?

Kleiner Themenwechsel: Am 8.1. schrieb ich ja was zum „seijin no hi“, der japanischen Version der Jugendweihe. In diversen Anime gibt es Figuren, die sich freuen, endlich ein bestimmtes Alter zu erreichen. Eine von ihnen ist unten abgebildet. Natürlich ist es schon eine Weile her, dass ich mir den Anime (und insbesondere den jetzt wichtigen ersten Teil) angesehen habe, so dass sich beim Bild, das diese Person beim „seijin no hi“ zeigen soll, ein gewaltiger Fehler eingeschlichen hat:
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Kommentare

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Jan am :

Hmmm. Soweit ich weiß, gibt es in Deutschland einen Vertrauensschutz, wenn man schon einige Jahre (8? 12?) in Deutschland lebt. Das heißt, der Deutschtest wird im Prinzip nur von nachziehenden (angeheirateten) Verwandten gefordert, nicht von den hier lange lebenden Ausländern. Ist die geplante japanische Regelung ähnlich?

fyl am :

Deutschtests sind für Asylbewerber und für die Einbürgerung nötig. In Baden-Württemberg und Hessen gibt es zusätzlich noch einen Gesinnungstest. Genaue Pläne in Japan gibt es noch nicht, ja es ist nicht einmal bekannt, ob sie wirklich umgesetzt werden und wer und in welchem Maß betroffen wäre. Bekanntlich mahlen die politischen Mühlen dort recht langsam, vor allem wenn es um eine derart heikle Angelegenheit geht.

Jan am :

Für Asylbewerber? Bist du sicher? Das ist absolut sinnlos, weil Asyl ja wegen Verfolgung im Heimatland gewährt wird -- der Verfolgte kann demnach nicht erst einen Deutschtest machen, bevor er einreist. Wenn ich richtig erinnere, muss der Deutschtest von Aussiedlern und Personen gemacht werden, die im Rahmen des Familiennachzugs nach Deutschland kommen wollen. Für die Einbürgerung ist ein erheblich umfangreicherer Test zu Sprachkenntnissen und Landeskunde zu bestehen. Nicht alles in einen Topf werfen!

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