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Anime R.I.P?

Gerade haben sich wieder ein paar Firmen (Tokyopop Deutschland, ADV UK) (zeitweilig?) aus dem Anime-Geschäft zurückgezogen. Interessant ist, dass TPD als Grund explizit die offenbar weiter zunehmenden illegalen Downloads nennt. Nun mag das als monokausaler Grund nicht unbedingt standhalten. Dass illegale Downloads durch fortschreitende Technik immer weiter in Quantität UND Qualität zunehmen dürften und sich substitutiv zum legalen Produkt verhalten, kann aber kaum einer ernsthaft bestreiten. Da (bis auf die üblichen Verdächtigen) niemand ein völlig überwachtes Netz haben möchte, wird es am Ende an der Industrie liegen müssen, sich dem anzupassen.
Das fatale ist, dass besonders die hochqualitativen Serien betroffen sind, die auf eine große Resonanz im Fan-Sektor angewiesen sind. Mainstream-Serien („Kommerzkram!“), die sich an ein breites Publikum richten und ihr Geld über Werbeprodukte einspielen, und extreme Nischen-Serien („Fanboyz!!l“), die selbst die Hardcore-Fans spalten, sind dagegen weniger betroffen.

Stark verbilligte Anime-DVDs haben (wie das Beispiel USA zeigt) nicht wirklich geholfen und die Gewinnspannen nur weiter verkleinert. Manche sehen daher DRM-freie, globale, übersetzte, aktuelle UND billige Download-Angebote als Lösung, die kleine Fan-Anime-Industrie würde damit aber ihre bisherigen Vertriebspartner (Fernsehen, Fachgeschäfte, ausländische Lizenzen) abschrecken und sich auf ein großes Risiko einlassen. Ohne empirische Ergebnisse (erste zaghafte Experimente haben begonnen) und Risiko-Kapital (welches nach der Anime-Blase 2004 wohl kaum noch aufzutreiben ist) wird sowas jedenfalls nicht gelingen.

Was also braucht die Anime-Industrie?

Na klar, eine kompetente und weise SCHUTZGÖTTIN! Nagi (s.u.) erfüllt zwar weder das eine noch andere Kriterium, aber sie ist zumindest ein Anfang. (Vielleicht auch nicht… die Manga-Industrie hat sie wohl kaum retten können… sondern eher in ein Niveau-Loch gezogen... und bald wird sie auf die Anime-Welt losgelassen!) ^-^;

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P.S.
Wenn das neue ToHeart dem Opening entspricht, dann wird es DER HAMMER (wtf is fortune?!)!!! :3

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Kommentare

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Pffft... am :

DVDs sind nicht lebensnotwendig. Die Leute haben einfach weniger Geld als noch vor ein paar Jahren. Das gilt in Europa so wie in den USA. Ob die Animes nun runtergeladen werden oder gar nicht mehr konsumiert (die Alternative in dieser Situation) spielt für den DVD-Absatz keine Rolle.

Maria am :

Ich glaube schon, dass es eine Rolle spielt, ob Anime runtergeladen werden, oder nicht. Klar ist nicht jeder der downloaded ein potentieller Käufer, aber ich habe immer mehr das Gefühl, dass auch viele, die sich eigentlich für einen Anime interessieren, diesen nicht kaufen, weil sie ihn ja schon haben (Ich frage mich, was diese Leute eigentlich mit ihrer Zeit machen würden, wenn es keine Downloads gäbe. Würden die dann wirklich gar nichts kaufen?). Manchmal habe ich das Gefühl, dass den Leuten nicht klar ist, dass sie den Produzenten die Lebensgrundlage wegnehmen, wenn sie nur noch kopieren. Ich hoffe, es wird neue Möglichkeiten geben, damit es sich auch noch weiterhin lohnt, Anime zu produzieren.

hergen am :

IMO spielt Geld bei dem Phänomen nur eine untergeordnete Rolle. Das sieht man sehr schön an der Mobilfunkbranche, wo für ein paar Sekunden Klingelton, eine wenige Zeichen lange SMS, etc. bereitwillig geradezu absurde Gebühren gezahlt werden. Wichtiger ist, daß die (junge) Zielgruppe den Content möglichst bequem will. Ohne jahrlanges Warten auf eine gerade angesagte Serie, ohne monatelanges Warten auf die Fortsetzung, ohne langes Suchen, ohne Restriktionen, die z.B. die Nutzung auf einem Mobilgerät verhindern. Die Musikindustrie scheint das nach rund einem Jahrzehnt Ignoranz gegenüber den Kundenforderungen gaaanz langsam zu begreifen, und bietet vermehrt ganz normale, überall abspielbare MP3s zum legalen Download an. Die Filmindustrie dagegen scheint noch ganz am Anfang dieser Erkenntniskette zu stehen, jammert über Verluste im DVD-Geschäft, und setzt voll auf propiertäre Formate und DRM...

Jan am :

@Hergen: Da gebe ich dir recht. Es ist schon absurd, was für einen Müll die Kinder kaufen. Andererseits fehlt denen, die ständig solche Impulskäufe tätigen, sowieso die Geduld, sich mal länger (==mindestens 13*23 Minuten) an einer Sache erfreuen zu können. Es muss immer schnell was kleines, billiges, neues her. Aufmerksamkeitsspanne eines 5jährigen halt. Ist bei meinen Neffen (16, 14) nicht anders, die haben allerdings kein Handy.

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