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Maria(!) Watches Over Us

Vor kurzem hat die US-Firma Rightstuff angekündigt, die Serie "Maria-sama ga miteru" (Maria schaut zu) in den USA unter dem Titel "Maria Watches Over Us" heraus zu bringen.
Dies ist insofern interessant, dass nach den ganzen Querelen um ADV wieder ein ganz großer Titel angekündigt worden ist. Doch die Freude dürfte sich schnell gedämpft haben, denn Rightstuff bringt die Serie in einer günstigen Box (Retail $49.99) und ohne DUB heraus. Während man ersteres noch als Schritt zu einer Fan-freundlicheren Preisgestaltung uminterpretieren kann, zeigen die fehlenden DUBs, dass die Firma nicht so recht an den Erfolg ihres Einkaufes glaubt. Gute DUBs sind Voraussetzung, dass sich eine Serie über den Hardcore-Kreis hinaus verkauft. jedoch sind sie auch teils teuer als die Lizenzkosten und rentieren sich erst, wenn wirklich eine große Zahl verkauft werden kann.
Diese Zweifel sind leider nicht unfundiert. Zwar ist das auf einer Roman-Reihe basierende "Marimite" in Japan einer DER wichtigsten Serien des neuen Jahrtausends, die Frage ist aber, ob er den Erfolg im Westen wiederholen kann?

Dass der Roman und der Manga dazu unter dem Titel "Rosen unter Marias Obhut" bereits in Deutschland veröffentlicht worden sind, ohne dass er große Wellen unter den Fans geschlagen hat, zeigt den schweren Stand dieser Serie. Selbst die sonst jeden japanischen Trend kopierende Hardcore-Szene hat sich ihrer kaum angenommen.
Dass liegt daran, dass er mit seinen 10 Jahren für Neulinge in jeder Hinsicht unspektakulär ist. Gerade in den Themen, wo er Pionierarbeit geleistet hat (Elite-Mädchenschule, Mädchen-Ansammlung, Yuri) ist er aus heutiger Sicht längst überholt. In heutigen Serien haben wir größere und strengere Schulen, echte Girls-only-Casts und regelmäßige gleichgeschlechtliche "Notbeatmungen", ja sogar gemeinschaftliche "Turnübungen". Zudem fehlt natürlich die starke Fanstruktur, die sich in Japan über die Jahre aufgebaut hat (Marimite ist eine der wenigen Serien, wo sich männliche und weibliche Otaku die Hand reichen).

So, lange Rede kurzer Sinn, während andere versuchen, japanische Preise in den USA einzuführen und damit eine garantierte Minimal-Profit-Strategie fahren, macht Rightstuff hier eine Fan-freundlichere, aber riskantere Minimal-Profit-Strategie. Natürlich ist dieser Vergleich ziemlich schief, da Bandai Visual USA (teilweise) mit hochaktuellen Serien arbeitet und damit riskiert, den amerikanischen gegen den japanischen Markt auszuspielen, während Rightstuff hier bewährtes Material benutzt, für das der USA-Verkauf nicht mehr als eine Kür ist.

Die Übersetzung wird jedenfalls interessant, da die Serie vor allem von den strikten Höflichkeitsfloskeln und -regeln der Schülerinnen lebt. Die deutsche Übersetzung hat da leider einige Schwächen.
Zum Schluss noch eine Bemerkung zum US-Titel. Heißt Maria auf Englisch nicht "Mary"? Hat da ein Übersetzer geschlafen, ist das heute egal oder ist das aus unerfindlichen Gründen so beabsichtigt? Ich finde den deutschen Titel übrigens sehr gut gewählt.

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Kommentare

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Maria am :

Irgendwie hast Du recht, ist schon seltsam, dass die Amis das bei Maria gelassen haben, aber vermutlich ist da so, weil sie ja keinen engl. Dub haben und es doof wäre Maria zu hören aber Mary zu lesen. Ich freue mich schon auf die Boxen ... endlich mal wieder was, was man kaufen kann.

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