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Cosplay Bewertungssystem

Auf dem Am wird es, natürlich, auch Cosplay geben. Und einen dazu passenden Wettbewerb.
Während es bei den Briten auch einen Preis für das Floor-Kostüm gibt, gibt es in Deutschland nur einen Preis für das beste Kostüm im Rahmen eines Bühnen-Wettbewerbs.
Ich find die Idee eines Floorkostüms eigentlich ziemlich nett, da viele sehr gute Kostüme am Cosplay-Wettbewerb gar nicht teilnehmen...
Wobei ich glaube, die Biten wollten erreichen, dass möglichst viele Teilnehmer kostümiert erscheinen, was zumindest heute überhaupt kein Problem mehr darstellt. Bei vielen Cons gibt es schon fast mehr Cosplayer als unkostümierte...

Waren die ersten Cosplay-WBs noch fast eine Art Familientreffen, wuchs über die Jahre der Konkurrenzdruck zwischen den Teilnehmern ins unermessliche.

Eigentlich unverständlich, da es in erster Linie um die Teilnahme und den Spass am Auftritt geht.

Auf der einen Seite kann das der Grund dafür sein, warum es immer weniger Cosplayer für Cosplay-Wettbewerbe gibt.

Ein Grund ist aber sicherlich auch die gewachsene Scheu, sich vor einem großen Publikum zu präsentieren. Denn dieses ist über die Jahre natürlich auch kritischer geworden.

Außerdem wissen die wenigsten Cosplayer, wie die Jury bewertet.

Doch dieses Bewertungssystem ist seit Jahren im grossen und ganzen gleich geblieben.
es gibt 4 Kategorien: Ähnlichkeit, Machart, Auftritt, Publikum.

Gab es im Jahr 2000, als ich das System zum ersten Mal auf der AnimagiC anwendete, pro Kategorie nur 3 Punkte, wurde die Anzahl der Punkte 2001 auf 5 aufgestockt. Bei 5 Punkten kann man schon gut einen Unterschied differenzieren. Die Idee, 10 Punkte zu vergeben, wurde im selben Augenblick verworfen, da es hier sehr schwer zu sagen ist, was z.B. der Unterschied zwischen 7 und 8 Punkten ist. Es ist schlicht zu detailliert.

Der Vorteil beim fünfer-System ist auch, dass es kurioser weise fairer ist, da man den sogenannten Durchschnittsfehler machen kann. Dieser Fehler besagt, dass der Mensch dazu neigt, in einer Bewertung zu einer durchschnittlichen Bewertung neigt.

Warum ist das hier gut?

Klarer Fall, wie soll man den ersten Cosplayer bewerten? Bewertet man ihn zu hoch, gibt es kaum Differenzierungsmöglichkeiten nach oben. Mit der Folge, dass ein vielleicht wirklich nur durchschnittliches Kostüm plötzlich in einer Liga mit Spitzenkostümen spielt.

Hier macht es Sinn, nur 3 Punkte, also eben Durchschnitt zu vergeben.
Die nächsten Kostüme müssen sich nur an diesem Kostüm messen: Besser oder schlechter.

Natürlich kann man auch eine bessere Note als die Durchschnittsnote vergeben, das geht immer, wenn man als Juror alle Kostüme schon mal vorher gesehen hat, was man eigentlich als Juror immer machen sollte.

Doch grundsätzlich gibt das System mit der Möglichkeit, einen Durchschnitt zu vergeben, wesentlich mehr Fairness.

Bei einigen Cons werden 6 Punkte pro Kategorie vergeben. Hier muss man sich also entscheiden, ob das Kostüm eher besser (4-6) oder eher schlechter (1-3) ist. Nur, wie kann man hier vergleichen, wenn bisher nur wenige Kostüme zu sehen waren?

Das AnT-Cosplay-Bewertungs-System hat sich jedenfalls durchgesetzt. Und wie bei jedem lebenden System wird es den jeweiligen Umständen angepasst.

Und hier noch zu einer urbanen Legende: Manchem mag das System als sogenanntes HCB-System bekannt sein. Hier muss ich energisch widersprechen. Hans-Christian sass gemeinsam mit mir in der Jury zur AnimagiC 2000 und 2001 und hat dann auf diversen Animexx-Cosplay-Wettbewerben dieses System verbreitet. Wenn überhaupt verdient dieses System den Namen ANT-System!

So.

Das musste mal gesagt sein :-)

Aber zurück zur Angst der Cosplayer vor einem Auftritt. Natürlich hat man Herzklopfen und ist nervös, wenn man vor einer grossen Menschenmenge auftreten muss. Viele Cosplayer wissen auch gar nicht, was sie bei einem Auftritt machen sollen. SIe stöhnen angesichts der Tatsache, dass viele toll choreographierte Auftritte hinlegen.

Aber eines ist sollte klar sein: Die meisten sogenannten Sketche langweilen das Publikum und wenn dann jemand gar noch anfängt zu singen, möchten viele einfach nur schreiend weg rennen.

Aber man muss weder einen Sketch einstudiert haben noch singen.

Ein mutiger Schritt auf das Publikum, ein kurzes Vorstellen, wen man denn darstellt und wer man wirklich ist, verbunden mit einer hübschen Präsentation des Kostüms reichen oft aus. Die Kunst besteht im Weglassen.

Wer offen auf das Publikum zugeht, wird auch offen empfangen und das bringt Punkte!

Und wenn man das Publikum auf seiner Seite hat, wird es auch viele Punkte von der Jury geben.

An eines sollte man immer denken: Cosplay macht man für das Publikum, nicht für die Jury. Das Publikum muss fasziniert werden, nicht die Jury.

Na klar, bevor man die Bühne verläßt, sollte man sich auch der Jury kurz präsentieren,damit diese einen näheren Eindruck vom Kostüm bekommt. Es wäre auch zu schade, wenn die Jury, die fein herausgearbeiteten Details nicht zu sehen bekommt!

Und last not least. Wer auf der Bühne zu hören sein will, nimmt immer die bereitgestellten Mikros. Kaum jemand hat eine so kräftige Stimme, dass ein ganzer, meist relativ unruhiger Saal, übertönt wird. Nutzt die Mikros! Ohne Mikro geht Eure ganze schöne Präsentation den Bach runter!

Also los, meldet Euch auf dem Anime Marathon zum Cosplay an! Mut wird immer belohnt, vom Publikum, das Euch liebt oder von der Jury mit einem Preis!

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Kommentare

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Elias am :

Das hätte ja fast schon ein Funime Artikel werden können^^.

Echt gut geschrieben und unterhaltsam.

Ich finde das sollt man mal in Kurzform irgendwo abdrucken oder vielleicht auf dem AM als Aushang.

Aufgedeckt: "Die Mysterien der Jurybewertung"

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